www.Marianum.informationsportal
register
| remember password
 
g
 

Hauptmenü

Marianum Allgemein

Internat - Pädagogik

Gymnasium

Freundeskreis Stiftung

Lunkenbein Spezial

Spendenlauf 2009

Suche

Wer ist online

11 sind gerade online (3 halten sich im Bereich Marianum Allgemein auf.)

Mitglied: 0
Gäste: 11

mehr...

Login

Mitgliedsname:

Passwort:



Passwort vergessen?
   

75 Jahre Salesianer Don Boscos in Buxheim
(1926 - 2001)

 

Im Jahre 1916 hatte der Bayerische Staat die kunsthistorisch bedeutendsten Gebäude der ehemaligen freuen Reichskartause Buxheim, nämlich die Kartausenkirche, den Kreuzgang mit der Annakapelle und den Bibliothekssaal, vom Grafen Waldbott von Bassenheim käuflich erworben, um dieses wertvolle Kulturdenkmal vor dem gänzlichen Ruin zu retten.

1926 kauften die Salesianer Don Boscos unter dem damaligen Provinzial, P. Dr. Franz X. Niedermayer, das ehemalige Prioratsgeb�ude, das der gr�flichen Familie als Schloss gedient hatte. Noch viele Jahre nach dem Einzug der Salesianer hie� das Marianum bei den Einwohnern Buxheims �das Schlo�".

Das neuerworbene Haus war als Ausbildungsst�tte f�r �Sp�tberufene" gedacht, d.h., jungen berufst�tigen M�nnern, die die Absicht hatten, Priester zu werden, sollte die M�glichkeit gegeben werden, in Buxheim das Gymnasium in Kurzform zu besuchen. In Anlehnung an den Namen der ehemaligen Kartause �Aula Mariae" (Maria-Saal) nannten die Salesianer Don Boscos ihre neue Niederlassung in Buxheim �Marianum".

 

Das Geb�ude war allerdings ziemlich verwahrlost, als es �bernommen wurde. �ber den Einzug der ersten Salesianer in Buxheim 1926 berichtet der Chronist des Hauses: �Das Haus fanden wir in einem schlechten Zustand. D�cher und Dachrinnen waren schadhaft, eine Kanalisation war nicht vorhanden. Das alte Wasserpumpwerk war verfault, die meisten Fensterstocke waren morsch und der Wind blies arg durch das ganze Haus. Die T�ren waren schmutzig und schlossen schlecht. Die Zimmerw�nde waren mit zerrissenen Tapeten bekleidet, und es gab kein einziges Zimmer, das ohne weiteres bewohnbar war. Es gab keine Waschvorrichtung, kein Bad, und die sanit�ren Anlagen waren v�llig unzureichend. Es fand sich kein Raum, der ohne Umbau als Studium bzw. Unterrichtsraum geeignet gewesen w�re. Dazu war das gro�e Haus leer, ohne Mobiliar. Von Fulpmes in Tirol erhielten wir einen Waggon M�bel, einige Schulb�nke f�r 35 Sch�ler, ein paar Tische und Kleiderschranke, 40 Stuhle und die allernotwendigsten Paramente f�r die Kapelle. Vieles musste getan und herbeigeschafft werden.

20er Jahre Marianum

Bild: Das Marianum (von S�dwesten), Ende der zwanziger Jahre.

Zuerst besorgten wir das notwendigste K�chengeschirr, Bettgestelle, Matratzen und Bettdecken. Ein Gl�ck f�r uns war, da� wir von Erlaucht Grafin von Bassenheim viele M�bel zu kaufen bekamen. Auf diesem Wege erhielten wir die meisten M�bel f�r die ersten Jahre.

Im Herbst 1926 begannen wir mit den Umbauten und Reparaturen. Die D�cher wurden ausgebessert, das ehemalige gr�fliche Schreibzimmer zu einem Waschraum umgeformt und eine neue Kanalisation angelegt. Gleichzeitig wurde eine Wassergenossenschaft organisiert und ein neues Pumphaus errichtet. Dazu musste f�r die Instandsetzung der elektrischen Leitung im Haus gesorgt und die R�ume f�r den Heimbetrieb hergerichtet werden.

 

Der Auftakt zur weiteren Entwicklung Buxheims war am 31. Januar 1927. An diesem Tage kam der Hochw�rdigste Herr Provinzial P. D. Franz X. Niedermayer zum ersten Mal seit der Er�ffnung in das Haus. Er verk�ndete, da� das Marianum Buxheim, bis dahin Filiale des M�nchener Salesianerhauses, nun selbstst�ndig wurde, und ernannte P. Dr. Alois Holzner zum ersten Direktor des Marianums.

Im Mai 1927 gingen wir daran, den ehemaligen Bibliothekssaal als Kapelle herzurichten. Zuerst mussten wir uns einen Zugang zum Bibliothekssaal verschaffen, da nach dem Verkauf des Bibliothekssaales an den bayerischen Staat im Jahre 1917 der T�rstock vermauert worden war. Wir machten den T�rstock gr��er und setzten unsere kunstvoll geschnitzte Eichent�re ein. Diese war zur Kart�userzeit am Eingang des Kreuzgangs angebracht. Der Schlo�herr, Graf Waldbott von Bassenheim, lie� sie als T�r zu seinem Speisezimmer versetzen. Wenige Tage vor der �bernahme des Hauses durch uns verkaufte er die wertvolle T�re an das Kloster Ottobeuren. Dort konnten wir sie um 500 Mark zur�ckkaufen, weshalb die T�re oft die 500-Mark-T�re genannt wurde. Der Bibliothekssaal war in einem schlimmen Zustand. Seitdem im Jahre 1887 der Schlo�herr Graf Waldbott von Bassenheim das ganze Mobiliar des Bibliothekssaales mit der ganzen Bibliothek verkauft hatte, wurde der Raum unver�ndert gelassen.

Die Fensterst�cke waren verfault und lie�en Regen und Schnee herein. Die Stuckdecke war zwar nur wenig besch�digt, musste aber in der Mitte aufgeh�ngt und ausgebessert werden. Fenster und Mauern wurden instand gesetzt, und am 21. Juni 1927 konnte die Benediktion der neuen Kapelle vorgenommen werden. Am Vorabend war bereits ein Fackelzug zum Hochfest der Salesianer, Maria Helferin der Christen. Hochw. Herr Pfarrer Max Martin von Buxheim nahm die Benediktion vor und hielt eine sinnreiche Ansprache. Bald darauf, am 6. Juli, hatten wir das erste Schuljahr beendet. Es war wirklich ein sch�nes und denkw�rdiges Jahr. Bei den 36 Sp�tberufenen herrschte trotz der vielen Entbehrungen und k�rperlichen Arbeiten ein vortrefflicher, wahrhaft musterg�ltiger und gesunder Familiengeist. Das Marianum Buxheim war ihnen bereits ein zweites Vaterhaus geworden." (Hauschronik des Marianums 1926).

Marianum 30er Jahre


Bild:
Marianum (von Norden), Ende der drei�iger Jahre.

Jahr f�r Jahr wurde in Eigeninitiative der innere und �u�ere Zustand des Hauses verbessert, um eine befriedigende Voraussetzung f�r die Internatsschule bieten zu k�nnen.

 

Erfreulich rasch kam es zu einer ersten Bl�tezeit. Doch ab 1933 hatte auch das Marianum neben vielen anderen kirchlichen Privatschulen unter den nationalsozialistischen Schikanen zu leiden. Schlie�lich musste 1937 die Schule geschlossen werden. Neben der Unterrichtst�tigkeit und der Erziehung in der Heimschule betreuten die Salesianerpriester auch die Dorfjugend; au�erdem leisteten sie regelm��ig Seelsorgsaushilfen in den umliegenden Pfarreien diesseits und jenseits der Iller.

In den Kriegsjahren bewohnten nur wenige Mitbr�der das Haus �ber diese Zeit berichtet der Chronist nur wenig Unter dem 1 Dezember 1942 hei�t es: �Die Schlafs�le der Sch�ler, die Kapelle, der Speisesaal sowie die freien Gange werden an den Einsatzstab Reichsleiter Alfred Rosenberg vermietet. Durch diesen Mietvertrag fand der l�stige, nie endenwollende Besuch der Wohnungskommission ein Ende. Kunstrestaurator Klein, der im Dienst des Einsatzstabes stand, verstand es, sich aus den abgetretenen R�umen eine herrschaftliche Wohnung einzurichten Alles Protestieren war umsonst Die abgetretenen R�ume wurden mit schweren Kisten belegt, in welchen sich M�bel und Porzellanwaren und andere Kunstgegenstande befanden, die Eigentum der Wehrmacht waren Diese hatten sie sich in Frankreich angeeignet " (Hauschronik des Marianums 1942). Dieser eigenartige �Klosterschatz" bewahrte Buxheim m�glicherweise vor Fliegerangriffen

 

Nach Beendigung des Krieges wurden 28 Waggons voll von geraubten Kunstgegenst�nden durch die Amerikaner an die fr�heren Besitzer zur�ckgegeben. Im Klostergeb�ude fanden vorerst Heimatvertriebene und Fl�chtlinge Unterkunft. Im Jahr 1947 wurde das Haus vollst�ndig renoviert und f�r die Sch�ler bewohnbar gemacht, so dass es bald wieder zu seinem eigentlichen Zweck als Internatsschule zur Verf�gung stand.

Im Herbst desselben Jahres 1947 begannen 41 Sch�ler das neue Schuljahr Diesmal waren es aber nicht nur �Sp�tberufene", die schon eine Berufsausbildung oder den Kriegseinsatz hinter sich hatten, sondern auch zehn und elfj�hige Sch�ler belebten nun das Marianum. Viele Spatberufene hatten gleich nach dem Krieg in Benediktbeuern Aufnahme gefunden. Von 1947 bis 1964 war das Marianum ein staatlich anerkanntes Progymnasium bis zur 10 Klasse.

 

1954 siedelte das Sp�tberufenengymnasium von Benediktbeuern nach Buxheim �ber. Nur die Oberstufe mit Abiturrecht blieb noch zehn Jahre in Benediktbeuern Im Herbst 1964 wurde schlie�lich auch diese Oberstufe von Benediktbeuern nach Buxheim verlegt Um die zus�tzlichen Schuler aus Benediktbeuern jeweils aufnehmen zu k�nnen, mussten 1954 und 1964 unter dem Direktor des Marianums, P Siegfried Sch�ffler, Neubauten errichtet werden. Das Marianum war nun ein staatlich anerkanntes humanistisches Vollgymnasium. So konnte 1965 die erste Abiturpr�fung in Buxheim stattfinden.

 

Seit dem Jahre 1971 wandelte sich das humanistische Gymnasium in ein neusprachliches, da seit dieser Zeit Englisch als erste und Latein als zweite Fremdsprache eingef�hrt. Griechisch aber durch Franz�sisch abgel�st wurde. Verschiedene Umst�nde haben den Wechsel der Sprachenfolge notig gemacht. Ab dem Schuljahr 1970/71 wurden auch Tagesheimsch�ler in das Buxheimer Gymnasium aufgenommen. Diese Tagesheimsch�ler konnten im Marianum das Mittagessen erhalten, die Freizeit hier verbringen und in der gemeinsamen Studierzeit am Nachmittag ihre Hausaufgaben erledigen Seit 1980 k�nnen auch externe Sch�ler das Marianum besuchen. Schlie�lich wurden Schule und Tagesheim des Marianums ab dem Schuljahr 1983/84 auch f�r Madchen ge�ffnet.

 

Seit 1985 k�nnen die Sch�lerinnen und Sch�ler zwischen dem neusprachlichen und dem mathematisch-naturwissenschaftlichen Zweig w�hlen. F�r die Erweiterung und Verbesserung des schulischen Angebots und des p�dagogischen Auftrags wurde unter Direktor P. Heiner Heim der j�ngste Neubau f�r Schule und Tagesheim bzw. Hort errichtet. Ebenso entstand unter dem Schulhof eine Doppelturnhalle. Hatte man nach dem Krieg mit 41 Internatssch�lern das Schuljahr 1947/48 begonnen, so besuchen im Schuljahr 2000/01 �ber 660 Sch�lerinnen und Sch�ler das Marianum.

Im Mai 1976 konnten die Salesianer zusammen mit Bischof Dr. Josef Stimpfle und vielen G�sten das f�nfzigj�hrige Jubil�um ihres Wirkens in Buxheim feiern.

 

Seit Anfang der siebziger Jahre ist das Marianum keine reine Internatsschule f�r Priesternachwuchs mehr. Dennoch ist es auch weiterhin das Anliegen des Marianums in seiner Gesamtheit von Gymnasium, Internat und Tagesheim bzw. Sch�lerhort, sich f�r die ganzheitliche und religi�s gepr�gte Ausbildung und Erziehung der Sch�lerinnen und Sch�ler im Sinne und im Geiste des gro�en Jugendapostels Don Johannes Bosco (1815-1888) einzusetzen. Von ihm ist der Satz �berliefert: �Von einer gesunden Erziehung der Jugend h�ngt das Gl�ck der Nation ab". Dieser Ausspruch diente als Motto f�r die kirchliche Segnung der neuen Geb�ude durch Di�zesanbischof Dr. Viktor Josef Dammertz OSB am 19. Mai 1993. An diesem Tag konnte Direktor P. Alois Ga�ner neben vielen anderen Ehreng�sten auch den bayerischen Kultusminister Hans Zehetmair willkommen hei�en, der ein Gru�wort sprach.

Was in der Festschrift zur Seligsprechung Don Boscos im Jahre 1929 stand, darf gewi� auch heute noch gelten: �Der Orden des hl. Bruno darf �berzeugt sein, dass die S�hne Don Boscos, wenn auch auf einem anderen Weg, das alte Kloster, das in Anlehnung an den bisherigen Namen Aula Mariae nunmehr Marianum hei�t, wieder zu neuer Bl�te emporf�hren werden. Auch der Segen der frommen Kart�userm�nche soll wieder aufleben und den Salesianern und ihren Sch�lern Schutz und Hilfe bringen".

 

75 Jahre wirken nun die Salesianer Don Boscos in Buxheim. Stets haben sie versucht, den Bed�rfnissen der Jugend, aber auch dem kulturellen und religi�sen Auftrag der ehemaligen Reichskartause Buxheim gerecht zu werden.

�ber zwanzig von diesen 75 Jahren Geschichte des Marianums habe ich miterlebt, z.T. auch mitgestalten d�rfen. Denn nachdem im Jahre 1974 unser Mitbruder, Herr OStD P. Dr. Johannes Zitzelsberger, nach acht Jahren sein Amt als Schulleiter aus Altersgr�nden niedergelegt hatte, beauftragte mich der damalige Provinzial, P. Richard Feuerlein, mit der Leitung des Gymnasiums der Salesianer in Buxheim.

In diesen zwei Jahrzehnten gab es im Marianum verschiedene, z.T. einschneidende Ver�nderungen. Neues wurde gewagt und begonnen.

Als Direktoren des Marianums wirkten in dieser Zeit P. Herbert M�ller (1972-1981), P. Heiner Heim (1981-1991), P. Alois Ga�ner (1991-2000) und P. Konrad Schweiger (seit 2000). Sie waren bzw. sind als Hausobere und Vertreter des Schultr�gers f�r alle Initiativen und Einrichtungen des Marianums letztverantwortlich.

Am 1. September 1994 wurde Herr OStD Gerald D�tz zum neuen Schulleiter bestellt. Sechs Jahre leitete er in engagierter und verantwortungsbewusster Weise die Schule. Am 1. August 2000 �bernahm er die Leitung des Allg�u-Gymnasiums in Kempten. Seitdem leitet Herr OStD Michael Heinrich das Gymnasium Marianum Buxheim.

Nach sechzehn Jahren Wartens geh�rt das Gymnasium Marianum seit 1. Januar 1996 zum Schulwerk der Di�zese Augsburg. Am 26. April 1996 fand die Feier der �bergabe an den neuen Schultr�ger mit Bischof Dr. Viktor Josef Dammertz und vielen anderen G�sten statt.

Ich w�nsche dem neuen Schulleiter und dem ganzen Marianum alles Gute, Gottes Segen f�r die Zukunft zum Wohl der uns anvertrauten jungen Menschen.

P. Alfred Schnapp SDB


   Druckerfreundliche Version aufrufen